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Mittwoch, 18. Juni 2008

Zeit meines Lebens




Das ist eine Zeitfrage, obwohl ich so gar kein Zeitgefühl besitze. Hätte ich vielleicht in der guten alten Zeit gehabt. Habe ich in diesen Zeiten die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen? Ich nehme mir sie einfach – die Zeit.

Was ist das überhaupt, die Zeit? Sie umgibt uns ständig, ist in aller Munde, kaum jemand hat sie und doch bestimmt sie unser Leben. Immer und überall. Zeit ist Geld – diese Aussage ist mir einfach zu zeitlos. Ist sie eine Erfindung des Menschen, war sie schon vor uns da und wird sie ewig da sein – für alle Zeit?

Sie ist schon ein bisschen merkwürdig, die Zeit. Sie ist da, die ganze Zeit. Doch sie existiert anscheinend nicht nur am Stück, sondern auch geschnitten, eine Zeiteinteilung in Zeitabschnitten – so mit der Zeitlupe betrachtet. Da muss man aber aufpassen, dass die zeitliche Abfolge stimmt. Als Hilfsmittel für die Zeitrechnung stellt der Zeitfaktor zwar eine unbekannte Größe dar, spielt aber trotzdem eine wichtige Rolle.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto zeitweiliger wird mir. Bin ich zeitlos, wenn ich sie verloren habe? Na schön, ich habe sie vertrödelt, mit dem Zeitgewinn kann ich zu anderer Zeit sparen. Immer noch besser, als wenn ich sie vergeudet, verschenkt, verliehen hätte. Oder sogar vertrieben, aber ich bin schließlich kein Unmensch. Es soll Zeitgenossen geben, die sie sogar totschlagen. Dafür gibt es Zeitzeugen! Aber ich bin da nicht so sicher, es könnte auch ein Zeitgeist gewesen sein, denn bisher habe ich noch kein Zeitdokument darüber gefunden.

Die Zeit läuft weiter, sie bleibt selten stehen. Wenn wir ihrer mal habhaft werden, zerrinnt sie uns sofort zwischen den Fingern. Sehr zeitweise, denn sonst würden wir sie so manches Mal zurückdrehen.

Gibt es eine Maschine, die Zeit produziert? Nein, die Zeitmaschine ist ähnlich wie die gute, alte Eisenbahn. Sie besitzt eine Zeitachse, läuft auf der Zeitschiene, bringt uns in unterschiedliche Zeitzonen. Hoffentlich springt sie nicht aus den Gleisen, denn so ein Zeitsprung kann sehr unangenehm sein. Schauen wir während der Fahrt lieber aus dem Zeitfenster und erfreuen uns am zeitweiligen Ausblick.

Von Zeit zu Zeit glaube ich, dass es mehrere Zeiten gibt. Alles zu seiner Zeit. Läuft aber irgendwie nicht synchron, das sieht man schon an den Jahreszeiten und Gezeiten. Aber darüber mache ich mir keine Sorgen, das geht schon seit Urzeiten so. Zwischendurch tickt halt die Zeitbombe, dann steuert der Zeitzünder ihre Explosion. Zeitgleich wird er zerrissen, der Zeitmesser für Zeiteinteilungen. Der Zeitdruck ist allerdings meist zur falschen Zeit so groß, viel zu selten zeitgerecht.

Ich liebe besonders die Eiszeit, den zeit- aber alles andere als langweiligen Schlemmerabschnitt mit Sahnehäubchen. Das sind so die Zeitpunkte, wo ich das Zeitliche segne - das können sogar Atheisten. Denn es tröstet mich darüber hinweg, dass der Zahn der Zeit an allem nagt, nur nicht am Zeitalter, denn das ist zeitlos.

Die Zeit leidet keine Not, denn sie wohnt in einem Zeitraum – so richtig zeitgemäß. Von Zeit zu Zeit, allerdings in recht unregelmäßigen Zeitabständen, betreibt sie den Zeitaufwand einer Zeitwende, um wieder auf der Höhe der Zeit zu sein. Für diese Zeiterscheinung gibt es jedoch keine Zeiterfassung – sehr zeitweise von ihr. Zur Selbstverteidigung nutzt sie Zeitmesser, um sich Zeitfresser, -diebe, -räuber und Zeitraffer vom Hals zu halten.

Der Versuch, einen zeitgerechten Zeitvertrag mit ihr zu schließen, scheitert vor allem am Zeitmangel. Denn wir verstehen ihre Sprache aus Zeitworten und Zeitzeichen so schlecht. Wie lange dauert die Zeit? Schwer zu sagen, weil sie häufig zwischen zeitgleich und zeitversetzt wechselt. So ist das Zeitgeschehen nunmal.

Welche Uhrzeit haben wir eigentlich? Wenn ich nun zur rechten Zeit zum Ende komme, haben Sie wenigstens nicht das Gefühl, dass ich Ihre Zeit geraubt habe. Bevor Sie vorzeitig protestieren: Ich habe ein bisschen Ihre Zeitersparnis geschmälert, diesen Zeitgewinn werde ich zeitig nutzen. Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben!

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Sonntag, 8. Juni 2008

Die Karte


ist längst fertig und liegt vor mir, doch seit einigen Tagen fehlen mir die Worte, das auszudrücken, was ich empfinde. In stiller Verbundenheit. Nur ein Gruß und die Unterschrift, das ist zu wenig, ich fühle es. Zu viele Worte, die den Klang von Phrasen tragen, zerstören die stille Verbundenheit. Es ist diese Gratwanderung, einem Menschen zu kondolieren, den ich nicht so gut kenne. Und doch ist es keine Frage der Zeitspanne, ob man sich mit einem Menschen verbunden fühlt. Wenn man den schmerzhaften Verlust, den er zur Zeit erfährt, intensiv nachfühlen kann. Bei Menschen, die man gut kennt, reicht manchmal eine Umarmung, um all das auszudrücken, was man nicht in Worte fassen kann. Sie verstehen einen dennoch. In diesem Fall muss ich Worte finden und das Beste ist wohl, dass ich ehrlich schreibe, wie mir die Worte fehlen.

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Sonntag, 11. Mai 2008

Rezeptpflichtig ...


Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern - Sie könnten an einem Druckfehler sterben.
Mark Twain

Sollte vielleicht der Vermerk rein: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Autor oder Lektor.

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Samstag, 5. April 2008

Welch ein Wort!


Eierschalensollbruchstellenverursacher
Habe ich bei einem Schaufensterbummel gesehen und war fasziniert. Konnte meinen Blick gar nicht losreißen. Von dem Wort, meine ich. Denn das zugehörige Gerät in edlem Design interessierte mich weniger. Weil ich eine Menge solcher Teile besitze. Da sie undesigned sind, tragen sie eher schlichte Namen wie "Teelöffel", "Messerschneide", "Küchenfliese", "Pfannenrand" oder ähnliches. Aber sie haben einen Riesenvorteil: Sie sind universell einsetzbar. Das Designer Teil kann nur bei weich gekochten Eiern Sollbruchstellen verursachen. Vielleicht liegt's an dem komplizierten Namen, man kann sich schließlich nicht alles merken. Oder weil es bei rohen Produkten eher zu Sollte-Bruchstellen neigt und es für verlorene Eier so gar keinen Sinn macht.

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Samstag, 22. März 2008

Ei-nfache Version


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Montag, 3. März 2008

Ich platze gleich


bzw. meine Blase, nachdem ich Unmengen von Tee getrunken habe. Abwarten und Tee trinken ... so kann man Geduld lernen. Doch irgendwann, nach ca. 2 Litern, nähert sie sich dem Ende. Ich warte seit Stunden auf einen meine Welt bewegenden Anruf, und die heutige Lektion in Sachen Geduld ist eine der härtesten. Wollte sie schon mal mit Murphys Gesetz aushebeln: Ich habe mir zwischenzeitlich was zu essen gemacht, habe auch schon Aufs-Klo-Gehen simuliert. In den Situationen klingelt hundertprozentig das Telefon. Doch diesmal: NIX! Selbst auf Murphy kann ich mich nicht mehr verlassen. Vielleicht lag's ja auch am Simulieren ... Jetzt gehe ich ernsthaft aufs Örtchen, bevor ich platze. Und tue das, was ich nie-, nie-, niemals - never ever - mache ... ich nehme das Telefon mit.

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Montag, 25. Februar 2008

Das beste Argument


"Wer immer die Wahrheit sagt, kann sich ein schlechtes Gedächtnis leisten."
Theodor Heuss (1884 - 1963)

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Samstag, 23. Februar 2008

Apropos Problemchen


Diese Verniedlichung bringt mich in der TV-Werbung fast zum Schreien: Knöllchen - Wö.lkchen - Problemchen ... Doch was mich in dem Spot (ebenfalls in dem Nachfolge-Spot) wirklich zum Schreien bringt: Wieso ist der Typ so dämlich, sich ins Halteverbot zu stellen, wenn hinter ihm der Riesenparkplatz des Supermarktes, in dem er justamente seine Wö.lkchen gekauft hat, leer ist? Wieso hat er seine Karre nicht dort stehen lassen? Zu viele Wö.lkchen scheinen das Gehirn zu vernebeln.

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Donnerstag, 14. Februar 2008

Für meine Lieben


im Dies- und Jenseits - niemand ist vergessen.

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Sonntag, 10. Februar 2008

Fotografieren als Therapie




Mit dieser Blume möchte ich gerne ein paar Gedanken überreichen, wie mir das Fotografieren in schweren Zeiten hilft. Dieses Foto ist aus dem Jahr 2004, als ich heftige Schübe mit der Neurodermitis hatte. Meine Hände waren nur noch rohes Fleisch - deshalb musste ich ständig Baumwollhandschuhe tragen, wie man auch auf dem Bild sieht. Schmerzen, zur Tatenlosigkeit verdammt, depressive Gedanken ... es war eine schlimme Zeit. Aber ich konnte wenigstens eine Kamera halten und den Auslöser drücken - und das war gut so.

Denn aus meiner persönlichen Erfahrung hält kaum ein anderes Hobby wie das Fotografieren die Aufmerksamkeit auf den Augenblick gefangen und zwingt zur absoluten Konzentration - alle anderen Empfindungen und Gedanken sind für diesen Moment ausgeblendet. Das ist vielleicht beim Musizieren ähnlich, doch je nach Verfassung kann man kein Instrument spielen. Andere Hobbys wie z.B. Lesen, Malen, Gestalten usw. lassen immer noch Raum, während der Tätigkeit die Gedanken wandern zu lassen - was das entsprechende Gedankenkarussell nicht unterbricht.

Selbst mit großen Handicaps ist das Fotografieren fast immer möglich - drinnen wie draußen. Oder in Zeiten mit starkem Kummer, Leid, Trauer, Sorgen usw. Und die Beschäftigung damit geht weit über die reine Ablenkung hinaus: Man verlagert die Aufmerksamkeit auf positive Dinge, weil man schöne Motive entdecken will, wenn vielleicht zunächst auch unbewusst. Die Wahrnehmung rückt das Positive wieder ins Blickfeld - und schenkt damit wieder Lebensmut.

Wenn es mir ganz schlecht geht - in welcher Form auch immer -, dann greife ich zum Fotoapparat. Das Fotografieren ist für mich die beste Therapie, und hat bisher nur positive Nebenwirkungen entfaltet.

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Mittwoch, 6. Februar 2008

Zitat per Zu-Fall


"Es gibt Fälle, in denen vernünftig sein, feig sein heißt."
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

unterschreibe ich blind

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Donnerstag, 31. Januar 2008

ge-fühltes anatomisches Chaos


Hochmut kommt vor dem Fall, Demut im Heilungsprozess.
gestürzt, gestaucht, geprellt, gerissen, geknackst, gezerrt, gelitten, geweint, geheult, geschluchzt, gejammert, gewinselt, gejault, geschrien, gebrüllt, gehandicapt, gestöhnt, geseufzt, gequält ...
Die rechte Körperseite ist von der Schulter bis zum Becken arg lädiert. Laute Aufschreie nach jedem ungewollten Niesen, Husten - da scheint mindestens eine Rippe angeknackst zu sein. Und nein, das ist keine neue Werbung für ein unglaublich anregendes Haar-Shampoo, was da akustisch aus meinem Badezimmer dringt ...

Ein unfreiwilliger Lernprozess der eigenen Anatomie, welche Körperteile, Muskeln, Sehnen, Fasern usw. in welchem Bewegungsablauf involviert sind. Schmerzhafte Lektion, aber die sitzt. Und erinnert nachdrücklich daran, dass es eben nicht selbstverständlich ist, sich schmerzfrei und uneingeschränkt bewegen zu können.

Bin dankbar für jeden winzigen Fortschritt in der Genesung, der ein Stückchen Schmerz nimmt. Und habe einen alten Bekannten zu meinem besten Freund erklärt: Franz Branntwein ...

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Samstag, 26. Januar 2008

Der alte Herr


wird wunderlich ...



Mein Großer entwickelt neue Ticks im fortgeschrittenen Alter, manche sind recht liebenswert. Wollte er früher von richtigem Knuddeln partout nichts wissen, so kommt er nun häufiger von selbst an, um die Kraulerchen einzufordern. Er will betüddelt werden.

Beim Fressen steht er nun in erbarmungswürdig gebeugter Haltung vor seinem Napf, bis ich mich herablasse und ihm den Napf in angenehmer Höhe präsentiere. Erst dann nimmt er langsam Bissen für Bissen auf. Er könnte sehr wohl noch selbstständig fressen, doch diese Art der "Fütterung" gefällt ihm. Weil er die volle Aufmerksamkeit bekommt. Wenn ich ironisch noch ein paar Kommentare einflechte wie "Ein Häppchen für Alex, ein Häppchen für Ninja ...", schaut er mich grinsend an. Die nächste Stufe wäre noch, dass ich ihm auf den Rücken klopfe, bis er brav sein Bäuerchen gemacht hat ...

Er sucht auffällig oft meine Nähe und Aufmerksamkeit. Und ich glaube, er weiß warum. Weil unsere gemeinsame Zeit nicht ewig dauert. Knapp 13 Jahre ist er nun an meiner Seite und ein Teil von mir. Auch ich bin älter geworden, doch in unseren Herzen bleiben wir wohl ewig Jungspunde und kleine Revoluzzer. Und die Formen der "Rebellion" nehmen halt andere Ausdrucksformen an - es sind diese wunderlichen Ticks und Macken.

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Montag, 21. Januar 2008

Ich bin eine Nummer


in einem Verwaltungsakt. Wer kennt das nicht? Doch meine Nummer endet mit 0815. Und das ungute Gefühl hat sich bestätigt, dass ich ebenso behandelt werde ...

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Dienstag, 15. Januar 2008

Zeitfresser EDV


Ein unersättlicher Dieb, der sich bei mir stets unter dem Deckmäntelchen einer Idee anschleicht. Ja, ich hatte da mal wieder eine spontane Eingebung, wo ich glaubte, sie auf die Schnelle umsetzen zu können. Der Anfang war auch zügig gemacht, bis ich auf die technologische Hürde eines mir unvertrauten Gebietes stieß. Also erst mal reingeschnuppert, ob sich mir diese Materie auf Anhieb erschließt, denn ich habe keine Berührungsängste - meine Neugier ist doch größer ...

Nee, so einfach ist es doch nicht, da müsste ich mich richtig reinfuchsen mit allem Drum und Dran. Na gut, ich kann mal ein bisschen was ausprobieren und rumspielen. Ein Blick auf die Uhr: Mittlerweile sind 3 Stunden vergangen und ich bin der Umsetzung meiner spontanen Idee zwar minimal näher gerückt, aber es ist nicht absehbar, wie viel Zeit es mich kosten wird, bis alles so ist, wie ich mir das vorstelle.

Stopp! Finger von der Tastatur und den Ehrgeiz mal am Schlafittchen gepackt. Ist die ursprüngliche Idee wirklich diesen Aufwand wert? Habe ich dem Zeitdieb gerade Tür und Tor geöffnet, um sich ungeniert meiner wertvollsten Ressource zu bedienen?

Es ist genug, 3 Stunden habe ich genutzt, um mich mal in einer für mich neuen Thematik grob zu orientieren, aber die Umsetzung der Idee ist nicht lebensnotwendig. Punkt. Abgehakt. Mit dem guten Gefühl, dass es mir immer besser gelingt, den vielen Zeitdieben ihre Tarnung zu entreißen und mein wertvollstes Hab und Gut gegen ihren Zugriff zu sichern.

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Montag, 14. Januar 2008

Aufs Kreuz gelegt


Rücklings in den Dreck gefallen. Mit Karacho, ohne Ansage. Tut weh. Weitaus schmerzhafter ist die Erkenntnis, dass ich sowas von ungelenkig bin. Doch am schlimmsten schmerzt dieses kleine Teufelchen, das hämisch grinst, mir dauernd mit spitzem Finger auf den Brustkorb piekst und fragt: "Warst du jemals gelenkig?" Aua.

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Samstag, 5. Januar 2008

Zahl-Tag


Obwohl ich Zahlen eher als sachlich nüchtern empfinde, gibt es einige, die einen begeisterungsfähigen Nerv bei mir kitzeln - nämlich aus der Statistik des letzten Jahres zu meinen Webseiten.

Da ist z.B. eine 1073 - sie sieht vielleicht ein bisschen schlicht aus, birgt aber eine deutlich sichtbare Entwicklungsfähigkeit. Und hat sich zu einer 12447 gemausert. Wer hätte das von ihr erwartet? Also ich am allerwenigsten, so bin ich doch freudig überrascht. Das sind die Kopfzahlen von Januar 2007 und Dezember 2007 - übers Jahr gesehen haben sich insgesamt 66727 Menschen auf einen Besuch eingefunden. Beim Stöbern haben sie 93573 Seiten aufgerufen - also war es oft mehr wert als nur ein einziger Klick.

Die Hitliste der häufigsten Seiten führt eine schnuckelige Zahl an, nämlich die 9099, ohne Ecken und Kanten, sondern eine runde Annehmlichkeit. Auf dem zweiten Platz folgt eine 7808, die gefällt mir auch, könnte aber ein paar Rundungen mehr vertragen - aber ich bin sicher, dass sie sich in diesem Jahr noch einige Pölsterchen anfuttert. Die 6130 liegt auf dem dritten Platz, hat aber erkennenswert gute Vorsätze für das neue Jahr, sie kabbelt sich ein bisschen mit der Zahl von Platz 2, wird ihr aber wohl nie so ganz den Rang ablaufen können. Noch etwas schwach auf der Brust ist die 1353 auf Platz 11, aber die hat das Potenzial, noch richtig was aus sich zu machen und später mal sogar auf den vorderen Rängen mitzuspielen.

Gold geht in dem Fall an die Seite "www.talix.net", Silber verleihe ich dem "Norderney-Tagebuch" als Weblog und über Bronze freuen sich die "Momentaufnahmen" im Blog. Ein bisschen traurig ist Platz 11 mit dem verliehenen Staubwedel, nämlich die Seite "ina-frings.de", doch sie wird gerade durch Interesse aufpoliert, damit sie im laufenden Jahr ihre Glanzleistungen unter Beweis stellen kann.

In diesem Fall stehen Zahlen stellvertretend für sehr viele Menschen, die mal reingeschaut haben (wovon sich etliche als Wiederholungstäter entpuppen). Ich bedanke mich ganz herzlich für die vielen Besucher und mittlerweile Stammgäste!!! Es ist noch genügend Platz in der Hütte für neue Leser, denen wünsche ich ebenfalls ein "herzliches Willkommen". Jederzeit.

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Donnerstag, 3. Januar 2008

Der Zauber kehrt zurück


wenn man das heutige Kalenderblatt bei Engelberts Seelenfarben anklickt. Welch eine wunderbare Zusammenstellung an Kunstwerken für den Monat Januar mit Herz erwärmenden Worten zum Jahresbeginn. Hier haben viele Künstler mit Leidenschaft und Herzblut gewerkelt - und das Schönste ist: Diese Karten kann man heute als Grußkarten versenden.

So plötzlich ist der Zauber wieder da einer besonderen Stimmung, die mich lange begleitet hat. Gestern schon war der Kontrast eines geschäftigen Alltagslebens spürbar, als ich meinen Kalender für das neue Jahr mit profanen Terminen "entweiht" habe. Heute habe ich mich ins Gewusel gestürzt und ein paar Neuigkeiten erfahren, die mich auch bildlich kalt erwischt haben - von den draußen tanzenden Schneeflocken mal abgesehen. Nachher werde ich noch mehr gestutzt, denn ich habe einen Friseurtermin ... Das Gefühl, dass mir so früh im neuen Jahr der Wind mal wieder eiskalt ins Gesicht bläst.

Da kam mir das heutige Kalenderblatt gerade recht, um mich daran zu erinnern: "Hey, da war doch was!" Und das ist einfach nur schön ...

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Montag, 31. Dezember 2007

Ergreifend und tief berührend


war vorhin der Auftritt von Celtic Woman - mit Sicherheit für mich der Höhepunkt des Silvester-Konzerts auf 3sat. Trommeln, Violinen, Harfen, glockenhelle Stimmen - da vibrierte jede Faser des Herzens ... und einige Tränen sind auch geflossen. Doch ich befand mich in bester Gesellschaft, wie ich an den Reaktionen im Publikum sehen konnte.

Durch einige Wald- und Wiesenhoroskope für 2008 habe ich mich auch schon durchgelesen und köstlich amüsiert. Zwischendurch muss ich meinem hypernervösen Senior-Hund immer mal wieder das Pfötchen halten, weil er mit jedem Jahr ängstlicher auf die Knallerei reagiert.

Mein persönliches Orakel habe ich schon heute Morgen in aller Frühe befragt:



Sieht gut aus für nächstes Jahr, meinen meine persönlichen Glücksbringer. Was anderen Leuten ihre (Marzipan)Schweinchen, sind mir meine Rehe und Hirsche, die ich mittlerweile per Hand- bzw. Hufschlag begrüßen kann.



Der weiße Hirsch war in diesem Rudel nicht dabei - ich wünsche ihn mir für morgen früh, so als direkten Boten für mein Glücksjahr 2008 ... und die Chancen stehen gar nicht schlecht, ihn zu treffen. Aber ich verrate natürlich nicht wo ... Hauptsache, er und ich wissen, wo sich unsere Wege kreuzen ;-)

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Donnerstag, 20. Dezember 2007

An Heiligabend


kommt die Müllabfuhr ... Kein Scherz, das steht so im Plan. In der ganzen Freude über die bevorstehenden Feiertage vergisst man gerne, wie viele Menschen an solchen Tagen ihren Dienst tun - zum Wohl für andere, damit die ihr Fest genießen können. Im Laufe der letzten Jahre sind immer mehr Branchen dazu übergegangen, selbst an Sonn- und Feiertagen ihre Waren/Dienstleistungen anzubieten. Wohin mag die Entwicklung gehen? Es ist also keine Selbstverständlichkeit, eine Reihe von Feiertagen unbeschwert genießen zu können.

Ich selbst genieße es in diesem Jahr doppelt, da ich im letzten Jahr auch an allen Feiertagen Dienst hatte und die Feste irgendwie an mir vorbeigerauscht sind. Da hatte ich weder Sinn für adventliche Vorfreude, Weihnachtsstimmung noch Silvester-Feier. Umso mehr wünsche ich den Menschen, die dieses Jahr (wieder) ihre Arbeit an den Feiertagen leisten, irgendwo einen Lichtblick für die eigene Entspannung und Feststimmung - auch wenn es erst einige Tage später ist.

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Samstag, 8. Dezember 2007

Worte bewegen


lautet das Motto von taliX und ist damit gleichzeitig meine persönliche Maxime. Gewohnt an elektronische Medien denke ich trotzdem immer daran, wie viele Menschen in meinem Umfeld sind, die keinen Internet-Anschluss haben - egal, aus welchem Grund. Und das sind weitaus mehr, als man gemeinhin vermutet. Doch selbst diejenigen, die elektronische Medien nutzen, freuen sich besonders über handschriftliche Grüße, weil es etwas zum Anfassen ist.

Die ersten Karten/Briefe der Nikolaus- und Weihnachtspost sind raus und ich freue mich so sehr über die bisherigen Rückmeldungen. Ja, ich spüre, wie sehr sich jemand darüber freut, wie die Begeisterung sich manchmal kaum in Worte fassen lässt. Glücksmomente für Absender und Empfänger. Lichtstrahlen in einem trüben Spätherbst, die die Herzen höher schlagen lassen.

Und ich werde mir auch in den nächsten Tagen die Zeit nehmen und Worte bewegen, um meinen Gedanken Ausdruck zu verleihen, die dann durch meine Hand auf das Papier fließen. Ohne Schema, ohne Routine - einfach so, wie es sich selbst entfaltet, wenn man in Gedanken Kontakt zu einem Menschen aufnimmt.

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Donnerstag, 15. November 2007

Das Schwierigste


am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.
Woody Allen

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Samstag, 10. November 2007

Wie ärgerlich ...


Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.
Marcus Aurelius

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Mittwoch, 7. November 2007

Köln Nippes


im Dunst des Novembers - das Wetter passt zu meiner Melancholie. Denn ich bin auf Spurensuche in diesem Stadtteil, in dem ich mein (bisheriges) halbes Leben verbracht habe. Vorwiegend die Kindheit und Jugendzeit - werde ich noch etwas von meinen Wurzeln wiederfinden? Denn die Stadt hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Und doch gibt es noch die urtümlichen Ecken, die Erinnerungen plötzlich lebendig werden lassen. Wie der Blick aus meinem Jugendzimmer in den grünen Innenhof, den die Straßenzüge hier bilden. Einige Häuser haben sich in ihrem Aussehen verändert, es sind An- und Umbauten entstanden, neue Gebäude haben alte ersetzt. Doch die Atmosphäre ist noch dieselbe: Eine grüne Oase, die man draußen auf den Straßen nicht vermuten würde. Mit Vogelgezwitscher, dichten Laubbäumen, die den Straßenlärm so weit dämpfen, dass man ihn fast ausblenden kann.

Wie oft habe ich mich auf Socken in die dritte Etage in mein Zimmer geschlichen, das von der Wohnung meiner Eltern getrennt war. Irgendwann hatte ich den Trick raus, wie man den Schlüssel ganz leise im Schloss drehen konnte, ohne gehört zu werden. Warum ich denn nie abends Licht anmachte, wenn ich heim kam? Meine Ausrede war, dass ich es nicht brauchte, da ich durch das große Dachfenster genug Helligkeit hätte. Die Wahrheit war: Sie mussten nicht wissen, wie spät bzw. früh ich wirklich heimkam. Peinlich genug, frühmorgens auf der Treppe erwischt zu werden, wenn ich kam und mein Vater gerade in die Frühschicht ging ... Ich glaube, sie ahnten schon einiges, aber Genaues wussten sie nie. Und das wird auch so bleiben, denn manche Geschichten muss man als Geheimnis bewahren.

Die Kuenstraße, die zwischen der Florastraße und der Neußer Straße liegt - sie hat noch immer einen ruhigen Charakter im unteren Teil, obwohl die Menge der Autos eine andere Sprache spricht. Als Kinder konnten wir auf dieser Straße noch spielen, höchst selten kam mal ein Auto vorbei, weil es einfach noch nicht so viele gab Anfang der 60er Jahre. In den späteren Jahren wurden Parkplätze rar, wenn man einen sah, musste das Auto irgendwie in die Lücke passen. Wer in Nippes parken gelernt hat, der kann einparken, selbst auf kleinstem Raum und egal auf welcher Straßenseite. Eine (Fahr)Schule fürs Leben, die Lektionen gehen in Fleisch und Blut über.

Es gab eine Zeit, als ich im oberen Teil der Kuenstraße wohnte, nachdem ich zu Hause ausgezogen war. Ein Kapitel mit vielen schönen und traurigen Erinnerungen, es war eine sehr intensive Zeit meines Lebens, die einfach dazugehört und die ich auch nicht missen möchte. Unzählige Bilder habe ich in meinem Herzen bewahrt, sie begleiten mich auch für den Rest meines Lebens. Damals konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass ich jemals woanders leben würde - schon gar nicht auf der rechtsrheinischen Seite von Köln, der Schäl Sick. Und doch habe ich dort gelebt, sehr gern sogar ... in Köln Brück.

Die Innere Kanalstraße - das war für uns Kinder die Grenze, die wir nicht überschreiten durften. Denn schon damals war sie relativ stark befahren als eine der Hauptverkehrsadern in Köln. Heute stehe ich auf der Fußgängerbrücke, die das Überqueren erleichtert. Das gab es damals nicht, man musste höllisch aufpassen und die Lücken im fließenden Verkehr nutzen, um heil über die Straße zu kommen.

Da uns als Kinder das Überqueren verboten war, reizte es uns natürlich umso mehr, den anderen Teil zu entdecken. Welche Geheimnisse lagen dort verborgen? Man munkelte von einer alten Burg mit Schauergeschichten, bösen Männern und Geistern. Verbiete es einem Kind und du wirst seine Abenteuerlust damit erst richtig anstacheln ... Natürlich haben wir das Verbot heimlich übertreten und uns "dort drüben" eine eigene Welt geschaffen - auch das sind Geschichten, die ich meinen Eltern besser nie erzählen werde ...

Dort gab es zum Beispiel die Rollschuh-Bahn, wo man sich richtig austoben konnte. Heute ist es ein Parkplatz, doch ich sehe immer noch die Bilder, wie wir auf den aus heutiger Sicht altmodischen Rollschuhen mit vier Rädern unseren Spaß hatten - inklusive einiger Blessuren von mehr oder weniger schweren Stürzen. Höher, weiter, schneller ... die eigenen Grenzen kennenlernen. Besser sein als andere, der Ehrgeiz sich mit anderen im Wettbewerb zu messen.

Und auch das erste Mal als Kind richtig Angst zu haben. Nach einem schweren Sturz die Schmerzen zu fühlen und zu wissen, dass man nicht beichten darf, wo man gewesen ist. Die zerrissenen Klamotten, die schon allein für genug Ärger sorgen werden. Die Angst beim Humpeln, dass man vielleicht nie mehr richtig laufen kann, dass es einfach nicht richtig heilen wird. Aber erzählen kannst du nicht, wie es passiert ist. Die Angst, dass du von den anderen ausgelacht wirst, weil du dich nicht mehr traust, so rasante Manöver zu fahren. Und heute die Narbe am linken Knie, die mich immer daran erinnern wird - eher an die Gefühle als an die Schmerzen.

Direkt gegenüber liegt das Eis- und Schwimmstadion, die umgebenden Mauern sind mit allerlei Graffiti verziert. Einige davon finde ich richtig gut gelungen, sie werten das alte von außen trist wirkende Gebäude auf. Doch im Inneren tobte das Leben, entweder auf der Eislaufbahn oder im Freibad. Die ersten unbeholfenen Flirtversuche, das Kichern der Mädchen, das Angebergetue der Jungs ... war schon eine klasse Zeit. Der Ort, an dem der Eishockey-Club KEC Kölner Haie richtig groß rauskam. Heute spielt er in der Köln Arena, doch die Stimmung und das Mitfiebern der Fans hatte hier an der Lentstraße eine andere Qualität ... es war irgendwie familiärer.

Auch ich hatte den Traum einer kleinen Eisprinzessin, als ich es endlich schaffte, einige Runden auf dem Eis zu drehen, ohne umzufallen ... Oft sah ich den anderen Kindern beim Training zu, doch ich spürte sehr schnell, dass es mehr um Drill und harte Arbeit anstatt Vergnügen ging. Dann reizte mich das Eishockey-Spiel, doch auch da konnte ich mich mit den unbequemen Klamotten nicht anfreunden. Und so kühlte sich meine Leidenschaft für das Eis relativ schnell ab ...

Der Park vor dem Eisstadion, er wird immer noch als Hundewiese genutzt (teilweise inoffiziell). Hier habe ich früher meinen ersten eigenen Hund spazieren geführt, oft habe ich ihn durchquert, um ans nahegelegene Rheinufer zu gelangen. Oder die geschwungene Fußgängerbrücke im Hintergrund genutzt, um auf die Zoobrücke zu gelangen, von der man einen fantastischen Blick auf den Rhein und das umgebende Panorama hat.

Irgendwie durchquere ich den Park auch heute noch relativ schnell, er ist kein Ort, der mich zum Verweilen einlädt. Weil da eine ungute Erinnerung immer noch aus frühen Kindheitstagen mitschwingt. Der "böse Mann", vor dem mich alle gewarnt hatten und der doch sein Unwesen eher im Park mit der Burg trieb, ausgerechnet den habe ich als Kind hier getroffen. Es ist nichts passiert, weil ich laut schreiend direkt weggerannt bin, als er mich angesprochen hat. Doch das Erlebnis hat sich tief eingeprägt. Der Schock, dass es ihn tatsächlich gibt. Dass es eben nicht nur eine Räubergeschichte ist, die meine Eltern nur erfunden haben. Das musst du als Kind erstmal verdauen ... auch wenn es Gott sei Dank nur bei einer flüchtigen Begegnung blieb.

Hier ist er - der verbotenste aller Orte mit dem unglaublichen Reiz, den er sich bewahrt hat. Ich muss lächeln, wenn ich die vielen Spielplätze sehe. Uns war der Park allein Abenteuerspielplatz genug, wir brauchten damals keine zusätzlichen Spielgeräte. Im Schutz der dichten Gebüsche haben wir allerlei ausgeheckt, er war unser Verbündeter. Konnte er doch alle Geheimnisse für sich behalten. Der damals schon alte Baumbestand strahlte eine Ruhe und einen Schutz aus, der uns Kinder magisch anzog. So mancher Baum wurde erklettert, mancher Stamm wurde als Tröster umarmt, in viele Wurzeln rannen Tränen der Enttäuschung, wenn man sich in seinen Schatten setzte. Ein Park mit vielen Winkeln, der ihn relativ unübersichtlich macht. Das war vielleicht die Angst der Eltern, dass man sich darin als Kind ganz einfach verlieren konnte.

Wie oft habe ich hier die Zeit vergessen! Es gab/gibt so unglaublich viel zu entdecken. Ein Stück Natur, das sich immer seinen Ursprung bewahrt hat, selbst wenn von Menschenhand kleinere Korrekturen vorgenommen wurden. Hier wurden die Geschichten lebendig, die wir als Kinder in Büchern verschlungen haben. Die drei ??? (heute wieder aktuell) - das haben wir hier alles nachgespielt und neue Episoden erfunden. Eine echte und tief empfundene Kindheitserinnerung, wofür ich sehr dankbar bin.

Düstere Gemäuer, Schauergeschichten ... auf jeden Fall Respekt einflößend. Es war/ist keine Burg, sondern ein Stück Zeitgeschichte der alten Preußen. Das Fort X, ein Teil des Befestigungsrings im alten Köln. Immer noch sehr imposant anzuschauen und zu entdecken. Es birgt eine Menge Geschichten - auch aus der Neuzeit. Hier haben sich zum Beispiel auch die frei fliegenden Papageien ihren Wohnsitz ausgesucht, die irgendwann mal aus dem Kölner Zoo ausgebüxt sind. In großen Scharen fliegen sie lautstark durch die Stadtteile - sommers wie winters und beleben in ihrer exotischen Pracht das Stadtleben.

Eine Besonderheit, die man sich während der Öffnungszeiten in keinem Fall entgehen lassen sollte, ist der prächtige Rosengarten in diesen historischen Gemäuern. Überhaupt werden hier (vorwiegend in der Sommerzeit) viele künstlerische und kulturelle Veranstaltungen angeboten, die einen Besuch des ohnehin attraktiven Ortes noch abrunden. Doch auch das Entdecken auf eigene Faust macht Spaß.

Als Kind war ich sicher, dass es hier Schätze zu finden gab - ich glaube auch heute noch daran, selbst wenn ich mittlerweile die Definition von "Schatz" etwas geändert habe. Was ich früher in Golddukaten vor mir sah, ist heute der Reichtum der Geschichte, den ich hier finden kann - wenn ich nur will. Das Fort und der Park erzählen vom Leben, von menschlichen Schicksalen, von so vielen Kindheitserinnerungen. Und ich selbst habe Geschichten hier erlebt, die flüsternd weitererzählt werden, für diejenigen, die ein offenes Ohr dafür haben. Nicht mit Worten, sondern in einer universellen Sprache, die jeder versteht, der sich darauf einlässt.

Noch ein Park - der seine Begrenzung durch die Innere Kanalstraße und die Niehler Straße findet. Hübsch ist er geworden, nachdem das Gelände so viele Jahre brachlag. In der damaligen Zeit wurde dieses Stück sehr oft und gern von mir und anderen als Hundewiese genutzt. Wir waren froh über diese "Wildnis", in der die Hunde frei toben konnten ohne jegliche Verbote. Denn rundherum wurden die anderen Wiesen und Parks zu öffentlichen Liegewiesen erklärt mit absolutem Hundeverbot.

Doch ich sehe dieses Stück noch mit den Augen meiner Kindheit: Es gab herrliche Kleingärten an dieser Stelle, richtig urwüchsig. Unsere Nachbarn hatten dort einen Garten, ein kleines Paradies. Niemand konnte verstehen, warum diese Gärten einfach abgerissen wurden. Für irgendein Bauprojekt, das niemals verwirklicht wurde. So lag dieses Gelände lange Zeit brach, worüber viele Menschen zornig waren. Für nichts und wieder nichts wurde eine Idylle unwiderbringlich eingestampft. Die heutige Anlage ist vielleicht ein kleines Trostpflaster, doch sie werden nie die Schrebergärten ersetzen können.


Der Park am Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße - wurde und wird bis heute die Krankenhauswiese genannt. Ein für mich erinnerungsträchtiges weitläufiges Areal ... Unser Bolzplatz (ich war leider das einzige Mädchen, das sich aktiv für Fußball interessierte), die erste Zigarette, das "Rumlungern" auf der Wiese - heute Chillen genannt ... Der erste Kuss, der erste große Liebeskummer, die ersten Versuche ernsthafter philosophischer Betrachtungen des (jungen) Lebens, das erste Fahren mit einem Mokick ... und und und - hier wollten wir "erwachsen" werden, ganz cool natürlich.

Wir fanden uns außerordentlich cool und den Rest der Welt sooooooo spießig. Was hatten wir für Pläne für unser Leben! Doch an diesem Ort trennten sich dann auch unsere Wege ins Erwachsenen-Leben. Einige gingen nach der 10. Klasse in die Lehre, andere machten weiter die Schule, andere wollten komplett aussteigen ... Und manch einer von ihnen lebt heute nicht mehr, zu früh musste er aus dem Leben gehen. Wir haben uns nie wieder gesehen. Was ist wirklich aus uns und unseren Plänen geworden? Wie viele Umwege mussten wir gehen, bis wir das gefunden haben, wonach wir gesucht haben? Haben alle das gefunden, was sie suchten? Ich für meinen Teil kann es heute mit einem "Ja" beantworten - auch wenn es vielleicht noch nicht die endgültige Fassung ist, denn das Leben ist Veränderung. Aber ich habe es an einem Ort gefunden, der weit von den Wurzeln meiner Kindheit und Jugendzeit entfernt ist - und doch schon immer in meinem Herzen war.

Auf dieser Krankenhauswiese gibt es noch die Schrebergarten-Idylle, meine Eltern haben dort seit 40 Jahren ein kleines Juwel. Ein Ort, der zum Dreh- und Angelpunkt im Leben vieler Menschen wurde - meiner Verwandtschaft. Hier traf man sich regelmäßig, das hielt das Band der Familie zusammen. Was vorher das sonntägliche Kaffeetrinken bei Tante Anna war, spielte sich in den nachfolgenden Jahren im Garten ab. Hier kamen alle zusammen, hier tauschte man sich aus, hier gab's die alten Geschichten (bis hin zum alten Ostpreußen), hier wurde gefeiert, gelacht, geweint - kurz gelebt. Bis zum heutigen Tag ist der Garten der feste Bestandteil im Leben meiner Eltern und der noch lebenden Verwandtschaft in/um Köln.

Als Kind fand ich diese Zusammenkünfte langweilig, als Jugendliche gar "ätzend". Immer dieselben alten Geschichten ... Heute gäbe ich was darum, sie nochmal zu hören, denn heute würde ich aufmerksam zuhören, was die anderen Menschen aus ihrem Leben zu erzählen haben. Ich habe das Gefühl, dass ich etwas verpasst habe. Etwas, was ich nicht mehr erleben kann, denn die alten Menschen sind teilweise schon lange tot. Und mit ihnen ein Stück Geschichte, das ich nur bruchstückhaft zusammensetzen kann.

Es war ein langer Spaziergang ... der mich meiner Vergangenheit näher gebracht hat. Ich verstehe heute so vieles, was ich früher nicht konnte oder wollte. Heute kann ich einsehen, dass der kleine Revoluzzer sich viele Blessuren unnötig eingehandelt hat, weil der sture Kopf manchmal eben doch nicht durch die Wand passte. Und doch liegt ein tiefer Frieden in mir. Es ist gut so wie es ist - und wie es war. Ich habe mich mit mir und meiner Vergangenheit ausgesöhnt. Sie ist jetzt ein Teil meines Lebens geworden.

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Mittwoch, 31. Oktober 2007

Überwiegend zuverlässig


funktioniert die Kommentarfunktion, doch manchmal plagt sie wohl ein Schluckauf. So wurde auch folgender Kommentar von Oliver geschlabbert zu den zarten Blümchen der letzten "Friday's Flower Power", der mich gestern Abend per Mail erreichte, aber in den Kommentaren nicht auftaucht:

"zuerst dachte ich mir bei dem bild: mist, ist ja unscharf. aber beim zweiten hinsehen ist das gerade der reiz des fotos. wirkt irgendwie verzaubernd. kompliment."

Danke für die lieben Worte, Oliver! Dazu möchte ich gern noch etwas sagen, was die Schärfe von Fotos betrifft.

Aus meiner Sicht werden viele schöne Fotos nachträglich in der Schärfe hochgezogen, was oft zu Lasten der empfundenen Stimmung geht. Das menschliche Auge nimmt auch nicht alles gestochen scharf wahr. Es ist genau so, wie Oliver es in seinem Kommentar beschreibt: Lieber zweimal hingucken und das Foto auf sich wirken lassen, bevor man an der Schärfe dreht. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass ein "Weichzeichner" einem absolut gestochen scharfen Foto erst einen besonderen Reiz verleiht. Was nichts anderes bedeutet, dass man sich bei der Bearbeitung von Fotos Zeit nehmen sollte und mehrere Varianten begutachtet.

Die Natur ist da auch ein hervorragender Lehrmeister: Wo wäre der Reiz von Dunstschleiern, diffusem Licht oder Nebel, wenn wir alles klar und deutlich wahrnehmen könnten? Von ihr können wir lernen, mit dem Thema "Sehen" sensibler umzugehen, die Umgebung auch durch das Fühlen aufzunehmen.

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Samstag, 27. Oktober 2007

An trüben Tagen


liegt es an uns, ob wir die Welt nur noch in schwarz-weiß betrachten. Ob wir uns dem Einheitsgrau hingeben und unser Gemüt mit dem Dunst in Trauer und Schwermut zerfließt. Alles wirkt gleich trostlos, da ist keine Spannung zu spüren und es fühlt sich alles dumpf an.

Doch wir können auch unser Sehen für die Farbtupfer schärfen, die vielleicht an trüben Tagen gedämpfter wirken, aber dennoch da sind und darauf warten, dass wir unseren Fokus auf sie richten. Das Leben ist immer bunt, mal in strahlenden Farben, mal in Pastell gehalten.

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Dienstag, 23. Oktober 2007

Wie wahr!


"Erkläre es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde mich erinnern. Lass es mich selber tun, und ich werde es verstehen."
(wird Konfuzius zugeschrieben)

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Samstag, 22. September 2007

Der Schein trügt


Auf den ersten Blick wirkt die Kastanie vor unserem Haus total zerrupft, zerrissen, ausgetrocknet und hässlich. Was durch das triste Wetter in den letzten Tagen noch verstärkt wurde. Nichts, was einen zweiten Blick lohnte. Es hatte eher den Anschein, als ob dieser Baum seinen letzten Herbst durchmacht und den Winter wohl nicht überstehen würde.

Zur allgemeinen Überraschung hatte er sogar einige Früchte getragen, die nun so nach und nach auf den Boden fielen. Selbst die Schalen der Kastanien wirkten irgendwie angegammelt. Doch das Wunder entpuppt sich auf den zweiten Blick: Pralle Früchte, wunderschön gemasert, glänzend und das Versprechen auf ein neues Leben.

Heute sieht die Sache völlig anders aus. Der Spätsommer scheint noch einen kurzen Abstecher gemacht zu haben - warme Temperaturen und strahlender Sonnenschein. Plötzlich erwacht auch diese knorrige Kastanie wieder zum Leben - in den Augen des Betrachters. Bunte Blätter rascheln an den Zweigen und tanzen im leisen Windhauch, noch nicht bereit, sich in den Staub fallen zu lassen.

Der Stamm erzählt vom unendlichen Kreislauf: Neben der Vergänglichkeit sprießen neue Triebe, die sich den Weg in das Leben bahnen. Nichts ist, wie es scheint. Es lohnt die Mühe, genauer hinzuschauen und das Urteil nicht auf den ersten Blick zu fällen. Daran erinnert diese Kastanie - sie steht als Symbol dafür, wie wir unsere eigene subjektive Realität erschaffen und unseren Blickwinkel erweitern können auf alle Dinge des Lebens. Ein weiser Lehrmeister, und ich betrachte sie nun mit völlig anderen Augen.

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Samstag, 15. September 2007

Ich habe etwas anderes erwartet


bzw. "So habe ich mir das nicht vorgestellt." - das ist die Kernaussage, zu der man meist nach langen und mühevollen Diskussionen kommt. Bevor man diese Aussage hört, wird alles abgespult, was mies ist. Das ist blöd, das ist ja wohl das Letzte, überhaupt geht sowas gar nicht, wie kann man nur ..., außerdem kommt noch dazu ..., zu allem Überfluss passt das auch nicht ... zu teuer, zu schlecht, zu alt, absolut minderwertig und und und ... Nichts stimmt und irgend jemand muss die Verantwortung dafür übernehmen. Also kippt man seinen ganzen Frust dem Gesprächspartner vor die Füße - in der Hoffnung, endlich einen Schuldigen zu finden.

Doch das funktioniert nicht, im Gegenteil: Wenn dieser nicht die vermeintliche Verantwortung tragen will, eskaliert das Ganze noch - hat man doch zusätzlich ein starkes Argument der Inkompetenz gefunden. Der Blickwinkel ist so stark eingeschränkt, dass nur noch negative Aspekte den Filter passieren können, alles andere wird ausgeblendet.

Erstaunlicherweise gibt es einen kurzen Moment des Wachwerdens in der müßigen Diskussion, wenn der Kern berührt wird durch den Satz: "Ich habe etwas anderes erwartet.". Da wird plötzlich die Eigenverantwortung klar, wenn Wunsch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen. In vielen Fällen kommt noch hinzu, dass der Wunsch noch nicht mal klar und eindeutig ist, man hätte es gern nur irgendwie anders als die Realität ist, aber wie ... das kann man schlecht erklären oder formulieren.

Derartige Diskussionen sind Kräfte raubend für beide Seiten und bringen nur noch mehr Frust und Ärger ein. Leider lassen sie sich nicht immer vermeiden, doch oft reicht schon das Wissen darum, dass man selbst vom Gegenüber in solchen Momenten nur als Frustventil oder seelischer Mülleimer gebraucht wird, um die eigenen Nerven zu schonen. Das hilft schon ein bisschen, um sich nicht runterziehen zu lassen. Und wenn man selbst mal wieder alles und jedes echt ätzend findet, kann man sich bildlich im Genick packen und ein bisschen schütteln. Das lockert den Blickwinkel und lässt auch Positives wieder ins Blickfeld rücken, was einen aufbauen kann.

Niemals ist alles nur schlecht - manchmal muss man seine Wünsche nur konkret formulieren oder die abweichende Realität als Herausforderung sehen, sie in Eigenverantwortung an die Bedürfnisse anzupassen. Klingt leichter als es ist, doch genau daraus gewinnt man Stärke und wächst.

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Sonntag, 9. September 2007

Plörre am Morgen


bringt Kummer und Sorgen ... Nun ja, vielleicht ein bisschen übertrieben, aber noch habe ich keine Lösung, wie ich den Nachschub für meinen Lieblingstee organisiere. Gestern die letzten beiden Teebeutel von Mr. Perkins Chai Vanille aufgesetzt und in einem Anfall von Verlustwahn eben diese jene gestern Abend nochmal verwendet, um den Abschied nicht so abrupt ausfallen zu lassen. Doch das Ergebnis ... siehe oben.

Dank Recherche im Internet habe ich zumindest den Produzenten herausgefunden und ihn per Mail gebeten, mir zu sagen, ob diese Mischung noch hergestellt wird und ob er mir netterweise Bezugsquellen nennen kann. Still schweigt meine Mail-Box vor sich hin, bisher gab's keine Antwort. Schade eigentlich, denn nun kann ich diese nicht abwarten und derweil das ein oder andere Tässchen Tee meiner Begierde bis zum Eintreffen trinken.

Keine Antwort ist auch eine Antwort - nämlich eine Unsitte, die immer weiter um sich greift. Wer hat noch das Rückgrat zuzugeben, dass er etwas nicht weiß, leider nicht helfen kann, die Frage an sich nicht versteht oder ... ? Eine Antwort - egal in welcher Form - ist zumindest der Akt des Respekts gegenüber dem Fragesteller.

Do-it-yourself-Philosophie für den Hausgebrauch angesichts zweier ausgelutschter Teebeutel ...

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Donnerstag, 6. September 2007

Was kostet das?


fragt mich mein Gegenüber mit gerunzelter Stirn. "Ein Lächeln ..." Ich liebe diese Momente, wo sich die Gesichter von Menschen entspannen und das Lächeln ein Strahlen hervorzaubert. Und es ist meine Motivation, so viele Menschen wie möglich am Tag zu einem Lächeln zu verführen - wenn's auch mit einem flapsigen Spruch ist. Noch schöner ist ein herzliches Lachen. So ziehe ich abends meine persönliche Bilanz und freue mich, wenn ganz viele Smileys auf der Haben-Seite stehen. Kostet nix und ist unbezahlbar.

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Montag, 3. September 2007

Schuhe


Das Thema, das Männer entnervt und Frauen begeistert mit den Augen rollen lässt. Und mich in meinem bisherigen Leben nur äußerst peripher tangiert hat - konnte ich diese Jagd nach irgendwelchen Mano Blasierthniks mit Schweißausbrüchen oder hyperventilierende Euphorie bis hin zu Ohnmachtsanfällen nicht nachvollziehen. Es sind doch nur Schuhe! Egal, ob mannsbildmordende Stilettos oder modisch schnickschnackverzierte Fußbekleidung - Hauptsache, es macht eine schlanke Fessel und der Rest der Garderobe kann durch Hinzukauf optisch darauf abgestimmt werden. Dankend abgelehnt.

Ein Schuh hat eine Funktion und die soll er erfüllen. Das ist mein Standpunkt - vor allem, seitdem ich diese Ansicht hauptberuflich von morgens bis abends vertrete. Von einem Fuß auf den anderen sozusagen. Da mache ich weiterhin den Zwergenaufstand, Absätze könnten mich zwar auf so manche Augenhöhe heben, doch bevor ich mir den Krampf mit der Wade antue, halte ich lieber die Blickrichtung flach - so knapp über der Tischkante.

So ist also doch irgendein Chromosom mutiert und schreit nach Schuhen, die perfekt passen, stützen, entlasten und praktisch sind. Turnschuhe also. Wobei der Erfahrungswert den Finger hebt und einwirft, dass ich diese ja seit Jahren regelmäßig im Discounter meines Vertrauens bezogen habe. Die perfekten Turnschuhe sozusagen. Dumm gelaufen - genau diesen Discounter gibt's nicht auf der Insel. Geht also gar nicht.

Wäre da nicht die hilfsbereite Freundin, die sich mir zuliebe die Hacken abrennt und mir 4 Paar im Hillije Kölle besorgt, diese sorgsam verpackt und den Paketboten ans Laufen bringt. Standing ovations meinerseits! Sie passen perfekt ... und damit legen wir das Thema "Schuhe" zurück in den Karton - obwohl man darüber laufend neue Standpunkte diskutieren könnte.

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Sonntag, 2. September 2007

Herbst ist mein Lebensgefühl


Die Jahreszeit mit den Gegensätzen vom prallen Leben zum langsamen Rückzug - da jubeln meine Lebensgeister. Ich mag es, beide Seiten intensiv zu leben. Die Reife auszukosten in jeder Beziehung, den rauen Stürmen zu trotzen, das warme Licht einzufangen und die Einladung meines gemütlichen Zuhauses anzunehmen, wenn es draußen so richtig usselig ist. Der innere Motor dreht ruhiger, nicht mehr so hochtourig und entfaltet dennoch seine Kraft. Mein Bewusstsein ist weitaus mehr geschärft als zu anderen Jahreszeiten, ich kann Eindrücke wesentlich besser verarbeiten sowohl im Detail als auch in der Gesamtheit. Alles ist irgendwie gehaltvoller, das Prinzip der Gegensätzlichkeit wird klarer, dass eins nicht ohne das andere sein kann. Ein herrliches Lebensgefühl, das ich auskoste bis zum Einbruch des Winters - möge er noch weit weg sein.

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Samstag, 11. August 2007

Tausend gute Gründe


"Es ist Unsinn, auf der Insel ein Auto zu halten.", sagt der Kopf.
"Ja.", meint das Herz.
"Das ist purer Luxus, denk doch auch mal an die Kosten!"
"Ja."
"Neben den Reparaturen, Versicherung, Steuer, Spritpreisen von 1,51 pro Liter noch einen zusätzlichen Saison-Parkplatz ..."
"Ja."
"Kauf dir lieber einen großen Anhänger fürs Fahrrad für deine Transporte und als Hundekutsche, das geht doch auch!"
"Ja."
"Die paar Male, wo du aufs Festland fährst, kannst du auch einen Mietwagen nehmen."
"Ja."
"In besonderen Fällen kannst du hier auch mit dem Taxi fahren."
"Ja."
"Es ist sentimentaler Quatsch, so sehr an einem Auto zu hängen und es als Familienmitglied zu betrachten!"
"Ja."
"Der Wagen steht die meiste Zeit vor der Tür und wird nicht bewegt. Davon wird er auch nicht besser."
"Ja."
"Verdammt noch mal, du weißt das alles und willst trotzdem das Auto behalten?!"
"Ja."
"Dann nenn mir einen - nur einen - triftigen Grund dafür!"
"Weil es nicht immer nach deinem Kopf geht."

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Samstag, 7. Juli 2007

Das kleine große Glück


Es kostet nichts und ist unbezahlbar - ein paar nette Worte mit einem Kompliment. Ich freue mich immer noch unglaublich über den Kommentar einer Dame, die mir heute sagte, dass sie gerne in dieses Haus kommt und mich schon einige Male bei der Arbeit beobachtet hat. Wie ich mit Freude und Begeisterung dabei bin, dass dies spürbar sei und es einfach Spaß macht, mich anzusprechen. Gibt es etwas Schöneres? Nein, das ist ein ganz besonderes Lob, das mein Herz ganz weit werden lässt vor Dankbarkeit. Ja, ich habe eine hauptberufliche Aufgabe gefunden, wo der Beruf ganz eng mit Berufung verknüpft ist, eine Arbeit, die mir liegt und die mir so viel Spaß macht. Damit ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen: eine Aufgabe, die mich fordert und fördert. Und wenn alle Seiten davon profitieren, ist das kleine große Glück einfach perfekt.

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Dienstag, 3. Juli 2007

Sockenschuss


Ja, den habe ich und dazu stehe ich auch - im wahrsten Sinne des Wortes. Fröhliche Farben hüllen meine Füße ein, denn sie treiben es gerne bunt mit den Socken. Was heute die Redewendung mit der Bedeutung "leicht verrückt sein" ist, stammt ursprünglich aus dem Wäscherei-Wesen, wo die Socken vor der Wäsche paarweise schnell mit Heftstichen zusammengefügt werden, um keine Socke beim Waschgang zu verlieren. So als Tipp für die geplagten Hausfrauen/-männer, deren Waschmaschine häufig einzelne Socken "frisst". Ein leichter Sockenschuss hilft in allen Lebenslagen ...

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Dienstag, 26. Juni 2007

Ausgeflckrt


Es ist so gekommen, wie ich es befürchtet habe: Viele deutsche Mitglieder haben die Foto-Community verlassen und sich bei anderen Anbietern niedergelassen. Auch nicht gemeinsam bei einem Provider, sondern verstreut bei diversen Diensten. Tja, und eine aufgesplittete Community ist eben nicht mehr das, was mir persönlich die Freude bei flickr gemacht hat. So werde ich mich dort auch vom Acker machen. Alles hat seine Zeit - bis es sich ausgeflckrt hat.

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Was wäre, wenn ...


habe ich mich gestern gefragt, nachdem ich festgestellt habe, dass alle meine Webseiten nicht erreichbar sind. Was wäre, wenn es nicht nur ein vorübergehendes Problem beim Provider ist? Wenn die Webseiten tatsächlich irgendwo im Orbit verschütt gegangen und nicht mehr reproduzierbar sind. Tja, was wäre dann wirklich? Mit dem Gedanken bin ich aller Gemütsruhe in seeligen Schlaf letzte Nacht gefallen. Es hat mich also keineswegs in Panik versetzt. Heute Morgen dachte ich so für mich: "Wenn es denn so wäre, geht mein Leben trotzdem weiter." Und dieses Gefühl finde ich außerordentlich beruhigend.

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Samstag, 16. Juni 2007

Es geht ums Prinzip


... wie immer. Und es ist erstaunlich und erschreckend, wie sich Energie zusammenballt, im Laufe der Zeit eine Eigendynamik entwickelt, völlig unvorhergesehene Ausmaße annimmt und sogar Zerstörung anrichten kann - wo das doch anfangs gar nicht gewollt war. Mir gefällt das ganz und gar nicht, was da zur Zeit in der Fotocommunity flickr läuft und damit das ganze Web infiziert. Denn es tobt ein Kampf, der scheinbar mit "friedlichen" Mitteln geführt wird, dennoch so viel Brutalität enthält, dass es mir schlecht wird. Und genau darauf habe ich keinen Bock. Was das Prinzip angeht: Ich nehme mir das Recht und die Freiheit zu entscheiden, ob ich die Zensurbestimmung dort annehme oder ob ich einfach gehe. Nicht mehr und nicht weniger. Aber ich oute mich als "Kriegsdienstverweigerer", denn genau so empfinde ich es zur Zeit, dass da ein Krieg tobt. Und stell dir vor, ich gehe da nicht hin. Ich verwende meine Zeit und Energie für andere - erfreuliche - Dinge.

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Donnerstag, 14. Juni 2007

Brettig


Also, ich hätte ja steif und fest behauptet, dass das Wort eine Schöpfung kreativer Werbeköpfe ist, denn genau aus der Ecke irritiert es mich seit einiger Zeit im TV-Spot. Jetzt kann ich brettig und fest behaupten, dass es schon länger existiert, denn selbst Herr Duden kennt es - den habe ich nämlich eben befragt. Was bei mir trotzdem allerhand Fragen aufwirft: Wird Sahne ab sofort brettig geschlagen? Werde ich mich darauf verbrettern, dass mir das Wort überhaupt nicht gefällt? Was mache ich, wenn ich mal durch die Gegend brettere, werden dann meine Gelenke brettig? Ach menno, den einzigen Pluspunkt den ich momentan sehe, ist die Entschärfung im vulgären Sprachgebrauch, "dass Männer ein Brett kriegen können" - das klingt dann wenigstens jugendfrei.

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Samstag, 2. Juni 2007

Krass


Der Skandal um die niederländische Spielshow zur Auslosung von Organen war und ist perfekt. Selbst wenn man aufatmet, dass das Ganze nur eine Inszenierung war ... ein bitterer Nachgeschmack bleibt doch, dass man Menschen derart heftig aufrütteln muss, indem man vermeintlich ethische Grenzen überschreitet. Warum ist Organ-Spende heute immer noch ein Tabu-Thema? Muss der Spender-Ausweis wirklich erst gesetzlich "verordnet" werden? Sollte es vielleicht drastisch gehandhabt werden, dass nur derjenige im Notfall auf die Warteliste aufgenommen wird, der selbst bereit ist, seine Organe im Todesfall zu spenden? Wenn ich mir einfach vor Augen halte, dass es mich überall und jederzeit treffen kann - sowohl als Empfänger als auch als Spender ... da gibt es für mich überhaupt kein Zögern und Zaudern.

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Dienstag, 22. Mai 2007

Gestern - Heute - Morgen


Zur Zeit kursiert ein Spruch, der als Gag gedacht ist. Doch vielen Menschen bleibt dabei das Lachen im Hals stecken.

Gestern hieß es zur Entschuldigung einiger Dummheiten: "Ich war jung und brauchte das Geld."

Heute ist es für manche Menschen bitterer Ernst: "Ich bin nicht mehr jung und brauche das Geld."

Und morgen? Da wird man vielleicht zynisch sagen: "Ich werde nicht mehr jung sein und das Geld brauchen, um mich ordentlich unter die Erde bringen zu lassen."

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Sonntag, 20. Mai 2007

Das Wort zum Sonntag


stammt von Konrad Adenauer (1876-1967), fast möchte man ein "Amen" anschließen:

"Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht."

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Mittwoch, 16. Mai 2007

Wie schreibt man


einen Nachruf für ein Meerschweinchen? Ganz einfach so, wie man es für jedes Lebewesen mit einzigartiger Persönlichkeit schreibt, wenn man das Geschenk hatte, dieses Wesen kennen zu dürfen. Unabhängig davon, ob es ein Mensch oder ein Tier ist.

Nicky war ein treuer Begleiter meines Lebens über vier Jahre, weil sich unsere Wege frühzeitig gekreuzt haben. Sonst wäre es ihm vielleicht wie vielen anderen Kleintieren ergangen, die aus einer jugendlichen Laune heraus angeschafft werden und die dann in Vergessenheit geraten, wenn die Neulust an dem "Spielzeug" vergangen ist. Doch als Nachbarin hatte ich mit dem ersten Tag seines Einzugs in die Hausgemeinschaft ein sehr waches Auge darauf, dass dieses kleine verschreckte Meerschweinchen die Chance auf ein artgerechtes Leben bekam und sich zu einem prächtigen Böckchen entwickeln konnte.

Nicky legte sehr schnell durch die Hilfe seines Partners Felix die Ängstlichkeit und Unsicherheit ab. Je übermütiger er wurde, desto öfter hat er auch schon mal seine Launen an Felix ausgelassen, der ihm immer wieder geduldig verziehen hat. Nicky und Neugier, nichts entging seiner Aufmerksamkeit. Das kleine Näschen in die Höhe gestreckt und große Kulleraugen - so erkundete er seine Welt. Was ihm den Beinamen "Vorwitznase" einbrachte.




Er liebte Abenteuerspielplätze über alles, wo er sich richtig austoben konnte. Höher - weiter - schneller, das war sein Lebensmotto. Kein Baumstamm oder Stein war zu hoch, kein Spalt zu schmal, keine Höhle unerforscht. Er liebte die Herausforderung, Hindernisse zu überwinden, die ihm in den Weg gelegt wurden. Erst das kleine Köpfchen anstrengen und dann der körperliche Einsatz - darin war er begabt wie kein anderer. Womit er mich oft verblüffen konnte, wie er so manches Problem gelöst hat.

Mit wachsendem Selbstbewusstsein nahm auch sein Hang zum leichten Größenwahn zu. Er dominierte gern seine Artgenossen, zettelte so manchen Konflikt an und freute sich diebisch, wenn er als Sieger vom Platz ging. Selbst als er einen Kampf gegen einen ihm körperlich weit überlegenen Gegner verlor, schmollte er nur kurze Zeit, ließ die Wunde verheilen und wollte bald darauf eine Revanche. Das waren Situationen, wo ich ihn ausbremsen musste. Wobei bremsen genau das war, was er am wenigsten mochte. Ständig war er in Bewegung, musste wissen, was in seinem Umfeld los war.




Fürs Schmusen war Nicky nicht so zu haben, weder im Kontakt mit mir noch mit seinen Kumpels. Er kommunizierte lieber mit Lauten, Mimik und Gestik - und wir haben uns hervorragend verstanden, wussten genau, was der andere von uns wollte. So waren wir auf unsere Art ein eingespieltes Team, wo sich jeder auf den anderen verlassen konnte.



Nicky, du hast mein Leben bereichert und ich bin dankbar für die (viel zu kurze) Zeit, die wir miteinander verbringen durften. Ich wünsche deiner kleinen Seele dort hinter dem Regenbogen von Herzen viel Freude und Glück, dass du wieder so herumtoben kannst, wie du es immer geliebt hast. Und grüße mir deine/unsere Gefährten Max und Jerry, die dort auf dich gewartet haben. Genießt eure Freiheit, wo immer ihr seid und schaut ab und zu nach uns, die euch so sehr vermissen.

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Samstag, 12. Mai 2007

Immer diese Anmache ...


"Mach mich an!" Nein, so plump kommt sie nicht daher, das ist nicht ihr Stil. Sie lockt eher dezent im Hintergrund, wobei sie sich ihrer Wirkung durchaus bewusst ist.

"Turn me on!" Gut, ich gebe zu, dass mich das nicht ganz kalt lässt. Aber ich will sie nicht anmachen - nicht jetzt.

"Baby, you can really turn me on ...", säuselt sie. Klar, weiß ich. Aber ich will nicht. Da kann sie ihre Reize präsentieren, wie sie will. Und sie gibt sich wirklich Mühe, das muss ich ihr ja zähneknirschend zugestehen.

"C'mon, turn m