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Sonntag, 6. Juli 2008
Formeller Schriftverkehr Manchmal fällt es sehr schwer, Briefe sachlich abzufassen und sich auf die Fakten zu konzentrieren, ohne die eigene emotionale Färbung in den Vordergrund zu stellen. Was vielleicht menschlich allzu verständlich ist, dient einer sachlichen Diskussion in keiner Weise. Gerade wenn Verärgerung oder richtiger Zorn im Spiel ist, schießt man bei Formulierungen leicht übers Ziel hinaus und lässt das Schreiben wie einen persönlichen Angriff, hoffnungslose Jammerei oder trotzige Nörgelei wirken. Was der Sache in der Konsequenz Abbruch tut und sich leicht zu einem Bumerang entwickeln kann. Ein Kräftemessen mit Firmen und Institutionen aller Art auf emotionaler Ebene ist zum Scheitern verurteilt, zieht sich unnötig lang hin und kostet nur die eigenen Nerven.
Bevor Sie auf formellen Schriftverkehr reagieren, der Ihren Blutdruck in die Höhe treibt, sollten Sie mindestens eine Nacht darüber schlafen. Ein distanzierter Blickwinkel darauf ist wichtig, die spontan emotionsgeladene Reaktion hilft wenig. Wenn Sie sich schwer tun, formellen Schriftverkehr sachlich zu formulieren, bitten Sie eine neutrale Person um Hilfe, die Ihr Schreiben auf die Fakten zusammenfassen kann.
Doch man kann es auch lernen, demnächst werde ich dazu einen kleinen Kurs anbieten. An fiktiven Beispielen üben wir, den Kern der Sache herauszuschälen und die Fakten nüchtern und allgemein verständlich darzustellen. Im konkreten Fall können Sie mich jederzeit für persönliche Unterstützung ansprechen.Labels: Kommunikation, Qualifikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 09:34
Dienstag, 6. Mai 2008
Mobil telefonieren im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem mein Handy kaputt gegangen war, habe ich ein uraltes Gerät ohne Simlock ausgegraben und dachte, es wäre eine gute Idee, das Angebot aus der Werbung des Supermarktes mit den kleinen Preisen zu nutzen. Deutlich geringere Telefonkosten, das klingt doch verlockend! Gedacht - gekauft. Nach Einlegen der Karte stellte sich jedoch heraus, dass ich keinen Netzempfang hatte. Die Hotline hat super und prompt reagiert, konnte jedoch das Problem nicht so ganz lösen. Denn der Teufel steckt im Detail: Netzempfang habe ich nur, wenn ich mich aushäusig bewege. Damit kann ich wirklich nur mobil telefonieren.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 20:26
Mittwoch, 12. März 2008
Ungelesen gelöscht Stolpere ich dieser Tage doch über ein altes E-Mail Postfach, das seit August 2006 schon gar nicht mehr publik ist. Eine info-Adresse, die ich damals unverschlüsselt auf den taliX-Seiten hatte. Wow, bis heute sind da knapp 2000 Mails eingelaufen, ich wusste es nur nicht, weil ich sie nicht mehr über das Mail-Programm abgerufen hatte. Ein kurzer Blick darauf zeigte, dass es ausschließlich Spam-Mails waren. Also kurzer Prozess: ungelesen gelöscht - nämlich das komplette Postfach.
Es ist ratsam, auf den Webseiten die E-Mail-Adresse entweder als Grafik einzubinden oder sie kryptisch als Text zu hinterlegen. Das erspart jede Menge virtuellen Müll.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 22:48
Samstag, 23. Februar 2008
Kommunikatives Defizit Dazu kann es kommen, weil ich auf meine Frage keine Antwort erhalten habe. Wie wir das denn lösen können, dass fremde Faxe bei mir aufs Gerät laufen, weil ein anderer Betrieb und ich eine haarscharf ähnliche Nummer haben - bis auf eine Ziffer. Bisher war ich so nett, die Absender zu verständigen, dass sie sich vertan haben. Doch ich wollte das Problemchen gern generell lösen, um nicht weiterhin "Umschlagplatz" für Faxe zu sein. Den echten Empfänger scheint es nicht zu interessieren, denn auf meine Frage habe ich keine Antwort erhalten. Nun denn ... selbst Nett-Sein hat Grenzen. Kommunizieren fehlgeleitete Faxe ab sofort direkt mit dem Papierkorb, geht auch.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 19:00
Samstag, 16. Februar 2008
Eine Kuh steht auf der Weide Ein einfacher Satz, eine neutrale und objektive Aussage. Doch wenn ihn verschiedene Menschen laut lesen, bekommt er durch die unterschiedliche Betonung jeweils eine subjektive Interpretation.
Eine Kuh steht auf der Weide. Nicht einige, nicht viele, nicht manche, nicht alle – eine. Es ist auch keine bestimmte Kuh, sonst wäre es „die“ Kuh.
Eine Kuh steht auf der Weide. Kein Stier, kein Kalb, kein Pferd – eine Kuh. Doch wie sieht diese Kuh aus, damit wir uns eine bessere Vorstellung machen können? Ist sie klein, groß, dick, mager, schwarz-weiß gescheckt, braun?
Eine Kuh steht auf der Weide. Sie läuft nicht, sie liegt nicht – sie befindet sich in einem bewegungslosen Zustand. Lebendige Wesen sind niemals völlig regungslos. Was tut diese Kuh noch, während sie dort steht? Sicherlich atmet sie – schnaufend, schwer? Vielleicht grast sie oder kaut gerade wieder. Oder sie vertreibt mit ihrem Schwanz lästige Fliegen.
Eine Kuh steht auf der Weide. Sie könnte auch im Stall stehen, aber sie steht auf der Weide. Warum steht sie dort?
Eine einfache Aussage, die Fragen aufwirft, je nachdem aus welchem Blickwinkel man den Satz betrachtet. Die Betonung zeigt an, welchem Aspekt wir besondere Bedeutung schenken.
Eine Kuh macht muh. Viele Kühe machen Mühe. Diese zunächst simple Weisheit lässt sich auf die Kommunikation unter Menschen übertragen. Je komplexer ein geschilderter Sachverhalt ist, desto größer ist der Spielraum für subjektive Interpretationen.
Wir Menschen halten uns selten an die reinen Fakten. Wir hören eine Geschichte, schmücken sie nach unserem Verständnis aus, bereichern sie um einige Aspekte, die uns persönlich als wesentlich erscheinen. Und dann erzählen wir sie weiter. Der Nächste betrachtet die Geschichte ebenso aus seinem persönlichen Blickwinkel, wobei ihm bestimmte Dinge wiederum als unvollständig erscheinen. So fügt er ebenfalls einige Details hinzu, die aus seinem Verständnis wichtig für den Zusammenhang sind.
Diesen „Stille-Post“-Effekt kennen wir alle. Am Ende kommt etwas völlig anderes heraus als die ursprünglichen Fakten. Besonders spannend und beinahe unglaublich entwickeln sich Geschichten um menschliche Schicksale. Ohne Rücksicht darauf, ob aus zunächst gut gemeintem Beiwerk menschliche Schwächen oder sogar hässliche Charakterzüge werden. Denn so haben wir das ja schließlich nicht gemeint, als wir das gesagt haben.
Eine Geschichte hat mehr als nur zwei Seiten. Sie hat unzählige Versionen, je mehr Leute sie erzählen. Wie kann man zu einem objektiven Eindruck kommen? Indem man die Kunst erlernt, sich auf die reinen Fakten zu beschränken. Geschichten aufdröseln, überflüssiges Beiwerk entfernen, den Kern finden. Entblätterte Tatsachen, die jegliche Sensationslust im Keim ersticken und uns ein objektives Urteilsvermögen zugestehen. Wie die Kuh, die auf der Weide steht.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 13:07
Mittwoch, 23. Januar 2008
Dufte! kann ich nur sagen, dieses Werbegeschenk begeistert mich wirklich. Ein Duftkalender, der jeden Monat ein neues Aroma in Wort, Bild und Duft präsentiert. So fängt jeder Tag im Januar mit einer Prise Vanille an, deren Aroma sich durch kurzes Reiben über das Blatt entfaltet. Ein äußerst nützliches Werbegeschenk mit Langzeitfaktor und hohem Erinnerungswert. Klasse Idee für eine anregende Kommunikation mit Sinn(eswahrnehmungen).
 Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 18:21
Donnerstag, 10. Januar 2008
Ach, übrigens ... ist mir aufgefallen, dass dieser eher beiläufigen Einleitung meist eine Meldung folgt, die einen alles andere als beiläufigen Charakter besitzt. Im Gegenteil, der nachfolgende Wortlaut birgt sogar häufig eine regelrechte Brisanz, die durch die beiläufige Einleitung sogar noch gesteigert wird.
Achten Sie mal bei Telefonaten darauf. Das Gespräch ist fast beendet, man wünscht sich noch einen angenehmen Tag und plötzlich sagt einer der Teilnehmer: „Ach, übrigens ...“ Darauf folgt eine länger dauernde Diskussion, es kann noch Stunden dauern, bis sich die Teilnehmer wirklich voneinander verabschieden. Denn ein „übrigens“ zieht häufig ein anderes nach sich.
Bei einem persönlichen Kontakt wird zu einem „ach, übrigens“ auch unterschiedliche Mimik eingesetzt. Da gibt es das süffisante Grinsen, mit dieser Einleitung nun auch wirklich eine verbale Bombe zu zünden, oder das Pokerface, dessen Inhaber sich seiner beiläufigen Bemerkung und dessen Brisanz durchaus bewusst ist.
Geschickte Verbalstrategen nutzen die manipulative Wirkung dieser Einleitung ganz gezielt. Sie heben sich in Diskussionen ein schlagkräftiges Argument bis fast zum Ende auf, um dann mit dieser beiläufigen Einleitung die vorherige Debatte in Vergessenheit geraten zu lassen. Sie lassen die anderen Teilnehmer der Runde sich vorher im verbalen Schlagabtausch verausgaben. Ein geschicktes „ach, übrigens“ zum Ende setzt die eigenen Argumente dann meist sehr schnell durch.
Es ist schon erstaunlich, was Sprache und Worte bei gezieltem Einsatz bewirken können. Die oberflächliche Betrachtung lässt solche Wirkungen gar nicht vermuten. Aber wenn man sich mal ein bisschen intensiver damit beschäftigt, rücken interessante Details in den Vordergrund.
Ach, übrigens – das war jetzt nur am Rande bemerkt. Mit fiel so auf die Schnelle kein anderes Thema ein.
ach, übrigens ...
 Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 14:07
Samstag, 15. Dezember 2007
Verblüfft bin ich, wie sich die Wortspielerei "Sehensucht" (von der Sehnsucht nach schönen Fotos zur Sehensucht durch geschärfte Wahrnehmung ...) eifrig im Internet durchsetzt. Was ja im Bereich visueller Thematik durchaus Sinn macht. Mittlerweile gibt's im deutschsprachigen Netz 12.900 Seiten, die den Begriff "Sehensucht" verwenden, wobei die meisten allerdings Sehnsucht meinen. Bei dieser rasanten Entwicklung bin ich ja mal gespannt, ob die Duden-Redaktion irgendwann kapituliert und die Kreation als ebenbürtig zulässt ...Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 20:50
Sonntag, 25. November 2007
Schreiben hilft um Kummer und Schmerz zu bewältigen und es ist in jedem Fall der bessere Weg, als sich abzulenken, denn diese Gefühle lassen sich auf Dauer nicht verdrängen. Ob es um die kleinen Abschiede, den großen Liebeskummer oder den tief greifenden Trauerfall geht, in den eigenen Schmerz mischt sich oft das schlechte Gewissen, dass man so manche Gelegenheit versäumt hat zu sagen, was man für den anderen empfindet. Wie sehr man ihn schätzt, ihn wirklich liebt, was ihn so besonders und einzigartig macht. Natürlich kann man seine Wertschätzung auf so viele Arten ausdrücken, doch die Sprache ist uns Menschen gegeben und Gefühle wollen manchmal auch in Worte gefasst werden. Dabei spielt es keine Rolle, für welches Lebewesen wir sie empfinden.
"Was ich dir sagen möchte ..." so könnte der Beginn eines Briefes lauten. Es geht darum, das Schreiben als Ventil zu nutzen für den Überdruck, der im Herzen herrscht. Die Wortwahl ist nicht wichtig, es müssen keine gefeilten Formulierungen her. Gefühle in Worte kleiden, sich die Zeit nehmen und intensiv ein Zwiegespräch zu halten - selbst wenn der Andere nicht mehr erreichbar ist. Die Botschaft der Liebe kommt immer an, auch wenn Briefe niemals abgeschickt werden. Es geht um das Ritual, das zwischen zwei Lebewesen vollzogen wird. Es hilft, den eigenen Schmerz zu lindern und schafft das Bewusstsein, achtsamer im Leben miteinander umzugehen, um schon zu Lebzeiten in Worte zu fassen, wie sehr man die Lebensgefährten schätzt.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 18:29
Mittwoch, 4. Juli 2007
so_zu_sagen Das kleine Wörtchen "so" - nur zwei Buchstaben, doch die haben eine schwerwiegende Bedeutung in unterschiedlicher Ausprägung. Sie kommen täglich fast ununterbrochen zum Einsatz. Ich wage sogar zu behaupten, dass es das am häufigsten ausgesprochene Wort ist, sogar in (unbemerkten) Selbstgesprächen. So ... sagt man zu Beginn einer Tätigkeit, quasi als verbales Ärmelaufkrempeln. So ... und nicht anders ... während der Arbeit, irgendwie als symbolisches Zungenspitze-zwischen-die-Zähne-klemmen in höchster Konzentration. So ... das ist erledigt ... zum Abschluss. So ... als Übergang zur nächsten Aktivität (was kommt als Nächstes dran?).
Selbst die Betonung variiert bei nur einer Silbe und verleiht diesem Wörtchen unterschiedliche Bedeutung, ob als Frage oder Feststellung. So ist sozusagen ein Allround-Talent.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 21:24
Mittwoch, 4. April 2007
Angedacht Au weia, mein persönliches Reizwort ist gefallen! Und es wird während der Besprechung überstrapaziert. Ein Wort, das nur durch konsequente Benutzung den Einzug in den Duden gefunden hat und dessen Bedeutung weiterhin unklar bleibt. Wo befindet sich der Denker? Noch im Stadium einer Idee, sucht er den richtigen Denkansatz, versucht er, unausgegorene Einfälle zu formulieren? Niemand weiß es. Aber alle Zuhörer versuchen zu ergründen, was „angedacht“ bedeutet. Vor allem, welche Konsequenzen es für die Beteiligten nach sich zieht.
Nach einer Weile laufen in den Köpfen der Teilnehmer unterschiedliche Prozesse ab. Manche klinken sich aus und lassen Ihre Gedanken schweifen. Andere bemühen sich, dieses „angedachte“ Sammelsurium zu begreifen, sind aber ratlos, weil nichts Entsprechendes in den eigenen Denkmustern dazu vorhanden ist. Ist man vielleicht geistig unterbelichtet, weil man den Ausführungen nicht folgen kann? Denkste!
Der „Andenker“ nutzt eine gezielte Verwirrungstaktik, mit einem nachvollziehbaren Gedankengang macht er sich angreifbar. Aber solange er sich noch in einem Schwebezustand zwischen Denken und erkennbarer Idee befindet, kann er auf das gesammelte Gedankenpotenzial seiner Zuhörer setzen. Er gibt einen Gedankenanstoß und irgendjemand wird daraus schon einen konkreten Vorschlag entwickeln. Aus lauter Barmherzigkeit gegenüber dem scheinbar hilflosen Denker sowie der verwirrten Zuhörerschaft. Und damit gewinnt derjenige den Hauptpreis: Wer Gedanken sinnvoll und folgerichtig formulieren kann, der darf sich auch um deren Umsetzung kümmern ...
„Angedacht“ ist das zivile Pendant der in Militärkreisen bekannten Strategie: Täuschen, tarnen und verpissen.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 12:06
Donnerstag, 22. März 2007
Gelungene Werbung
 Da schmecken die Brötchen doppelt lecker mit diesem Aufdruck auf der Tüte. Ein tolles Beispiel dafür, dass klasse Werbung auch mit kleinen Mitteln möglich ist. Nahtlos braun ... kross und ofenfrisch direkt vom Nachbarn - der Insel-Bäckerei Bethke.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 12:56
Dienstag, 20. März 2007
Genau so - nur ganz anders Ein netter Mensch, aber ein schwieriger Kunde. Das wird mir beim persönlichen Treffen klar. Am Telefon klang die Anfrage ganz einfach: Ich brauche einen Text für einen Flyer. Nichts Ungewöhnliches, schon gar nicht dramatisch. Aber mein Gefühl riet mir nach ein paar gewechselten Sätzen, dass ich den Menschen besser persönlich in Augenschein nehme. Weil das, was er haben will, irgendwie nicht mit der Akustik zusammenpasst, die aus dem Telefonhörer dringt.
Was hat das Bauchgefühl mit dem Job eines Texters zu tun? Eine ganze Menge! Der Text muss zu dem Kunden passen, er muss seine Art widerspiegeln und nicht die des Texters. Spätestens dann, wenn der Kunde seine Produkte oder Dienstleistungen an den Mann oder die Frau bringen will, wird eine mögliche Diskrepanz offensichtlich. Wenn hinter dem locker flockig formulierten Flyer ein schüchterner und keinesfalls schlagfertiger Mitmensch steckt. Das führt nicht nur zu Irritationen, es kann sogar Geschäftsabschlüsse verhindern.
Das Briefing dauert länger. Auf dem Tisch stapeln sich kundeneigene Entwürfe und mitgebrachte Arbeitsproben, er blättert ständig hin und her. Ja, so was gefällt ihm, das dort ist aber auch nicht schlecht. Und wenn ich nun noch seine eigenen Kreationen da geschickt irgendwie unterbringen kann ... Ich trinke meinen Kaffee und überlege. Wir müssen zunächst zum Kern der Sache vordringen. Was will er wem überhaupt mitteilen? Genau das ist der springende Punkt, den er nicht in drei Worten zusammenfassen kann. Ein wenig zerstreut, der Gute. Also nochmal ganz von vorn, ich bin ja ein geduldiger Mensch.
Langsam habe ich es kapiert und eine Idee deutet sich ganz vage im Kopf an. Helle Begeisterung seinerseits. Ja, genau so hat er sich das vorgestellt! O je, von der Idee bis zur Umsetzung sind wir aber noch meilenweit entfernt. Er greift sich einen Prospekt und meint, dass dies doch fast schon hinkommt. Natürlich müsste man den Text etwas umformulieren. Etwas? Ich schlucke. Nein, diese Art Text passt nun überhaupt nicht zu dem Menschen, der vor mir sitzt. Der passte exakt zu dem Kunden, der ihn bekommen hat. Aber jeder Mensch ist anders. O weia, wie ziehe ich ihm diesen Zahn bloß? Ganz einfach über die Zielgruppe. Die ist nun wirklich unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und die Argumentation ist einleuchtender als der Hinweis, dass der dort verwendete Tonfall nicht seiner Mentalität entspricht.
Ich gebe noch einen Kaffee aus, während der Kunde weiter in dem Berg von Papier wühlt. Vielleicht gibt es ja noch eine Alternative? Obwohl, meine Idee gefällt ihm doch sehr. Ist vom Ansatz her mal etwas völlig anderes, als man es üblicherweise in der Branche sieht. Ja, genau so! Aber die Art dieses Flyers, die hat ja auch was. Das wäre doch für ihn auch ungewöhnlich und sticht aus der Masse heraus. Ja ... doch es verträgt sich mit der Idee nicht besonders gut. Stimmt schon, wenn er sich das genau überlegt ...
So trinken wir noch einen weiteren Kaffee, und ich lasse ihn erzählen. Über sein Geschäft, was er besonders daran mag, welche Aspekte ihm weniger gefallen. Ich achte auf seinen Sprachgebrauch, auf seine Formulierungen. Mittlerweile rundet sich das Bild, das ich von ihm habe. Und ich bin sicher, dass ich für ihn schon das Richtige formulieren werde. So, als hätte er den Text geschrieben. Denn es wird ja auch „sein“ Text, nur mit meinen Worten. Genau so – nur ganz anders.Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 11:33
Dienstag, 13. Februar 2007
NY the big apple ... Das Kürzel habe ich Landei natürlich bisher immer in Verbindung mit der Metropole New York gebracht. So sind wir Landeier eben, denken immer komisch um die Ecke. Warum in die Ferne schweifen, wenn der Apfelschnitz direkt vor der Nase liegt, weil er ja bekanntlich nicht weit vom Stamm fällt? NY steht natürlich für NORDERNEY und die Buchstabenkombination ziert hier fast jedes KFZ-Kennzeichen nach dem unvermeidlichen AUR- (ja, auch eine Insel muss schließlich zu irgendeinem Landkreis gehören, sie liegt im eingemeindeten ländlichen Watt - aber nur bei Ebbe).
So grüßen sich hier unterwegs viele Autofahrer, denn wer NY auf dem Nummernschild hat, der gehört hierher. Manchmal werde ich auch (unbekannterweise) gegrüßt, was mich anfangs etwas nervös machte, weil ich dachte, da ist irgendwas mit meinem Wagen nicht in Ordnung. Habe ich aus Versehen das Fernlicht eingeschaltet, holpere ich auf einem platten Reifen durch die Gegend, sollte ich mein Gefährt mal wieder putzen??? Nee, die Insulaner sind großzügig. Wer hier mit dem Auto fährt und sich mindestens vorneweg zu AUR bekennt, der kann eigentlich nur von hier sein.
Die Sache mit dem Wunschkennzeichen ... ich hätte NY haben können, aber da wusste ich das alles ja noch nicht und mein sparsamer Geizkragen wollte dafür nix rausrücken. So habe ich ein schlichtes EE gekriegt. Wäre es doch wenigstens ein HE (!) gewesen ... *seufz* Sieht man wieder mal: Was nix (extra) kostet, ist auch nix.
Egal, ich fahre mein EE mit Fassung, freue mich, wenn mich trotzdem jemand grüßt, denn das Einzige was zählt:
I LOVE NY!Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 11:23
Mittwoch, 31. Januar 2007
Ups ... Bekomme ich auf eine Mail postwendend die Rückantwort: "Frohes Fest und guten Rutsch!" Ja, isses denn schon wieder soweit? Irritierter Blick auf den Kalender. Hat mich mein eigenes Zeitempfinden total im Stich gelassen? Ach nee, automatisierte Kommunikation. Aber so vergisst man wirklich niemanden. Danke, wünsche ich auch - besser früh als nie.
P.S.: Können wir dieses Jahr vielleicht auch zu Ostern wünschen, falls der Winter doch noch kommt ...Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 21:35
Montag, 29. Januar 2007
"Ja, sischer dat!" sagt so mancher Rheinländer und hält sich an Konrad Adenauers Philosophie:"Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern." Überraschend anders ist es hier, was ich bisher heftig nickend unterstreichen kann: Ein Insulaner - ein Wort. Und dieses Wort wird gehalten, dazu bedarf es keiner zusätzlichen schriftlichen Fixierung oder ständiger Nachfrage. Das ist sowas von angenehm, dafür muss ich mal ein ganz dickes Kompliment aussprechen!
Apropos Rheinland - von dort komme ich. Aus Köln, um genau zu sein. Doch ich bringe weder die typische Mentalität noch den kölschen Dialekt (kann ich gar nicht) mit. Denn ich bin ja auch keine richtige Kölnerin, dazu muss man dort mindestens in der 3. Generation geboren sein. Aber den Nachnamen "Frings" können sich die Kölner (und andere Rheinländer) gut merken: wie der Kardinal Frings. Hier auf der Insel greift eine ganz andere Eselsbrücke: "Ach so, wie der Fußballspieler." Nun ja, ich bin weder katholisch noch spiele ich Fußball, aber egal ...Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 18:35
Montag, 22. Januar 2007
Moin! Dieser Gruß geht mir schon relativ leicht über die Lippen, viel schwerer tue ich mich mit dem ortsüblichen "He!". Wobei dieses "He!" ganz und gar nicht hart klingt wie bei einer unmissverständlichen Aufforderung, sondern sehr viel weicher und melodischer, da schwingt noch ein "eee" mit. Also eher ein "He-eee!", das zwei Tonlagen umfasst, am Ende höher oder tiefer, je nach persönlicher Färbung. Es gibt auch Abwandlungen davon, die mich an Nord-Holland bzw. Australien erinnern, je nachdem ob das "H" am Anfang gesprochen wird oder nicht - "Hoi!" bzw. "Oi!".
Wenn ich es denn benutze, dann klingt es bei mir nach "Hee-i!" oder "Oo-i!", ein leichter Singsang zweier ineinander fließender Laute, wobei die Stimme am Ende durch das "i" immer nach oben geht. Es klingt freundlich, und das soll es auch sein.
Doch bleibt vorerst die Unsicherheit, wen ich denn auf diese Art grüßen darf. Gibt es Regeln für diese Art der Kommunikation? Gilt dieser Gruß für Menschen, die sich mindestens vom Sehen kennen? Ist es eine Frage des Alters? Darf man auch unbekannte Menschen damit grüßen? Ist es eine reine Gefühlssache, spielen Sympathie bzw. Antipathie eine Rolle?
Fragen über Fragen, deshalb "rette" ich mich meistens mit einem freundlichen "Moin!".Labels: Kommunikation
Gepostet von Ina (taliX) @ 11:37
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